Allgemeines

News

Zweifel am Öko-Sack - FO-Cyberfactory

Zweifel am Öko-Sack

STADT BERN Ob die Ökobilanz der neuen Abfallsäcke besser ausfällt, ist nicht sicher. Zwar ist mehr als die Hälfte recyceltes Material. Doch dafür werden die 3,8 Millionen Säcke aus Frankfurt angekarrt.

Andreas Mathys, Inhaber der Oeko-Sack GmbH in Hasle-Rüegsau, regt sich in einem Leserbrief auf (Seite 25): Die Stadt Bern behauptete am 3.Januar, die neuen Gebührensäcke verursachten 60 Prozent weniger CO,. Statt aus dem Kanton St. Gallen würden die Säcke jetzt aber in der Nähe von Frankfurt produziert. Die Abgase beim Transport des Materials nach Deutschland und wieder zurück machten die Verbesserung zunichte, kritisiert M athys. Ausgeschrieben wurde der Auftrag, weil der alte Vertrag auslief. Es geht um 3,8 Millionen Säcke pro Jahr, die rund 140 Tonnen wiegen. Wie genau die Ökobilanz ausfällt, kann Walter Matter, leiter Entsorgung + Recycling, nicht sagen. Bei der Ausschreibung sei einfach eine der Bedingungen gewesen, dass mindestens 50 Prozent Altplastik verwendet würden. Das neue Produkt besteht sogar aus 80 Prozent davon. Bei der Herstellung werde CO2 eingespart. Woher das gesammelte Plastik stammt, kann er nicht sagen: «Das ist ein Handelsgut», erläutert er. Punkto Reissfestigkeit erfülle der Sack die geltenden Normen. Nicht ganz unentscheidend für die Wahl dürfte der Preis gewesen sein: Die Offerte der neuen Lieferantin ist laut Matter die günstigste gewesen. «Die Kosten liegen in der bisherigen Grössenordnung », sagt er. Der Vertrag sei auf drei Jahre abgeschlossen worden mit der Option auf insgesamt zwei Jahre Verlängerung. Mathys meldete sich übrigens als Fachmann und nicht als zu kurz gekommener Mitbewerber: «Unser Familienbetrieb könnte einen solchen Auftrag nich t stemmen.)) Er zweifelt grundsätzlich am Modell Gebührensack. Gescheiter wären Gebührenmarken. Dann könnten die Kunden den Sack selber wählen.  Pressebericht